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Nieren- und Harnwegserkrankungen

Die Nieren sind äußerst sensible Organe. Sie sind aus über einer Million kleiner Untereinheiten, den sogenannten Nephronen zusammengesetzt. Jedes dieser Nephrone ist in der Lage, das Blut zu filtern und bestimmte Stoffe, die der Körper noch braucht, aus der gefilterten Flüssigkeit zurückzugewinnen. Viele Erkrankungen können die Niere schädigen. Viele Nierenstörungen sind Folgeerscheinungen anderer Krankheiten. Schwere Schäden der Nieren bleiben oftmals zunächst unerkannt, denn die Nieren leiden still!

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Was machen gesunde Nieren, wann sind sie krank?

Wenn Nierengewebe von einer Krankheit befallen ist, geht ein Teil der Nierenkörperchen mit den dazugehörenden Nierenkanälchen zugrunde. Der Rest der Nieren(filter) strengt sich extra an, um die Aufgaben zu übernehmen. Das gelingt zunächst meistens gut. Nur wenn zu wenig gesundes Gewebe übriggeblieben ist, um die Aufgaben zu erfüllen, schaffen die Nieren es nicht mehr.


Der Einfluss von Diabetes mellitus auf die Niere

In Deutschland leben etwa vier Millionen Diabetiker. Daneben gibt es schätzungsweise noch zwei Millionen Menschen, die Diabetes haben, der noch nicht diagnostiziert ist. Experten erwarten außerdem, daß sich die Zahl der Diabetiker in den nächsten zehn Jahren verdoppeln wird.


Nierenversagen

Je weniger Gewebe der gesunden Nieren verloren gegangen ist, um so größer ist die Chance, daß die Nieren weiterhin genügend funktionieren. Leider ist es nicht immer möglich, einem chronischen Nierenversagen vorzubeugen.


Eiweiß und Kreatinin

Eiweiß und Kreatinin sind wichtige Parameter bei der frühzeitigen Erkennung von Nierenerkrankungen. Eiweiß im Urin deutet auf ein ernstzunehmendes Nierenleiden hin. Ein unauffälliger Kreatininwert zeigt meistens gesunde Nieren an.


Nierentransplantation

Bei einer Nierentransplantation werden gesunde Organe von Organspendern auf einen chronisch schwer nierenkranken Menschen übertragen. Damit kann dem Nierenempfänger in der Regel die Funktion seiner zerstörten Nieren wiedergegeben werden.


Die Dialyse als Nierenersatzverfahren

Intakte Nieren filtern giftige Stoffwechselprodukte aus dem Blut und scheiden sie mit dem Urin aus. Wenn die Nieren versagen muss das Blut mit Hilfe einer Maschine von den Schadstoffen befreit werden. Über eine künstliche Dialysemembran kann das Blut ausserhalb des Körpers gereinigt werden.


Hämodialyse

In den letzten 40 Jahren hat sich die Hämodialyse (Blutwäsche) zum Standardverfahren der Nierenersatztherapie entwickelt. In Deutschland werden z.Zt. ca. 45.000 Patienten chronisch hämodialysiert. Durch eine effektive Hämodialysebehandlung kann die Ausscheidungsfunktion der Niere soweit ersetzt werden, daß diese Beschwerden nicht auftreten und die Leistungsfähigkeit der Patienten weitgehend erhalten bleibt.


Bauchfelldialyse (Peritoneal-Dialyse)

Um eine Bauchfelldialyse durchzuführen, wird in regelmäßigen Zeitabständen eine spezielle Flüssigkeit (Spüllösung, Dialysat) über einen fest in die Bauchhaut eingenähten Katheter in die Bauchhöhle eingelassen. Diese Flüssigkeit umspült das Bauchfell. Da es beim Nierenversagen zu einer Ansammlung von Stoffwechselprodukten im Blut kommt, treten diese Stoffe aus den kleinen Blutgefässen in die Spüllösung über. Die mit diesen Stoffen angereicherte Flüssigkeit wird nach einigen Stunden über den Katheter abgelassen und durch neue Dialysierflüssigkeit ersetzt. Damit kann der Reinigungsprozess, der schonend und natürlich abläuft, erneut beginnen.


Harninkontinenz

Eine Harnblase kann nur dann Urin ungestört speichern und sich entleeren, wenn die Funktion zentraler und peripherer Nervenstrukturen intakt ist. Krankhafte Veränderungen im Nervensystem, das heißt in Gehirn und Rückenmark, gehen oft mit einer gestörten Blasenfunktion einher. Nebenwirkungen von Pharmaka oder Alkoholmissbrauch können ebenfalls zu einer gestörten Blasenfunktion führen.


Diabetische Nephropathie

Die diabetische Nephropathie tritt meistens erst zehn bis fünfzehn Jahre nach dem Beginn der Zuckerkrankheit auf. Es kommt zu einer Schädigung der kleinsten Filtereinheiten der Niere. Vor allem bei Patienten mit einer Kombination von Diabetes mellitus und Bluthochdruck sind die Risiken für eine Nierenschädigung hoch. Durch Teilnahme an Check-up-Untersuchungen kann frühzeitig die Diagnose gestellt werden.


Harnwegsinfektionen im Allgemeinen

Harnwegsinfektionen gehören zu den häufigsten Infektionen überhaupt. 25 Prozent der Frauen leiden an wiederkehrenden Harnwegsinfektionen. Dabei sind die über 50-Jährigen am häufigsten betroffen. Alle Abschnitte des Harnweges können von Entzündungen betroffen sein. Man unterscheidet die Harnröhrenentzündung, die Blasenentzündung und die Nierenbeckenentzündung.


Nierensteine (Urolithiasis)

2,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Nieren- oder Harnsteinen. Am häufigsten sind Erwachsene zwischen 20 und 50 Jahren betroffen. Nierensteine entstehen durch Störungen des chemischen Gleichgewichts des Harns. Es handelt sich um Kristalle, die aneinander kleben und so einen Stein bilden. Bei vielen Patienten sind Nierensteine Zufallsbefunde. Bei vielen werden Nierensteine erst entdeckt, wenn sie sich aus ihrer Verankerung lösen. Es kann dann eine Nierenkolik auftreten.


Die gewöhnliche oder einfache Nierenzyste

Nierenzysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume der Nieren. Die gewöhnliche oder auch einfache Nierenzyste tritt meist nach dem 30. Lebensjahr auf und ist bei etwa 20 Prozent der über 60jährigen nachweisbar. Sie verursachen normalerweise keine Beschwerden und werden meistens von den Betroffenen nicht bemerkt.


Zystennieren (dominante polyzystische Nierenerkrankung, ADPKD)

Familiäre Zystennieren sind die häufigste erbliche Nierenerkrankung. Die komplette Niere besteht bei diesem Krankheitsbild aus Zysten. Die Erkrankung wird autosomal dominant vererbt, das bedeutet, sie tritt unabhängig vom Geschlecht auf, sobald ein Gen mit defektem Erbmaterial weitergegeben wird. Im Verlauf der Erkrankung wird immer mehr normales Nierengewebe durch Zysten ersetzt. Dies führt später häufig zu einem völligen Versagen der Niere.


Schrumpfnieren

Eine Schrumpfniere entsteht durch Untergang von Nierengewebe und Bildung von Narbengewebe. Ursachen sind vor allem chronische Entzündungen, Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, sowie Nierenschädigende Medikamente.


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Dr. med. Karin Jatzkewitz |Internistin, Akupunkturärztin| Dr. med. Christian Wollek | Facharzt für Allgemeinmedizin | Projensdorfer Str. 202 | 24106 Kiel | Telefon 0431.337345 | Fax 0431.336808
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