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Dr. med. Karin Jatzkewitz
Internistin und Akupunkturärztin

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Hausärztliche und internistische Praxis
Dr. Karin Jatzkewitz

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Konventionelle Krebstherapien

Jede Krebserkrankung erfordert eine Therapie. In den meisten Fällen ist der wichtigste Faktor bei der Therapiewahl das Krankheitsstadium. Man unterscheidet zwei verschiedene Therapiearten:

  • lokale Therapie: hierzu gehören die Operation und die Strahlentherapie. Der Tumor wird lokal entfernt und die Strahlentherapie wird in dem umschriebenen Gebiet eingesetzt. im Körper verstreute Metastasen werden durch die Operation oder Strahlentherapie nicht behandelt. 
  • systemische Therapie: Chemo-, Hormon- und Immuntherapie gehören zu den systemischen Krebstherapien, das heißt, sie dringen in die Blutbahn ein und zerstören oder bekämpfen den Krebs im ganzen Körper. Diese Therapieform kann bei streuenden Tumoren, aber auch im Vorwege einer Operation zur Tumorschrumpfung eingesetzt werden. 

 Zu den klassischen Säulen der konventionellen Krebstherapie gehören:

  • die Operation,
  • die Strahlentherapie,
  • die Chemotherapie,
  • die Hormontherapie und
  • die Immuntherapie

Begleitend werden notwendige Reha-Maßnahmen und eine psychologische Betreuung des Krebspatienten angeboten. Die einzelnen Krebstherapien werden in der Regel in Kombination durchgeführt. So kann beispielsweise eine Krebsoperation eine Chemo-, Strahlen- oder Hormontherapie nachsichziehen.

Die Kosten der konventionellen Krebstherapie werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Alternative Therapieformen sind meistens von einer Kostenübernahme ausgeschlossen. Man sollte sich deshalb vorher bei der jeweiligen Krankenkasse informieren, was diese bezahlt und welche Kosten man gegebenenfalls selbst tragen muss.

Operation als Krebstherapie

Bei vielen Krebspatienten ist die Operation die erste Maßnahme einer Krebstherapie. bei der Operation wird versucht, den Tumor, das erkrankte Gewebe vollständig zu entfernen. Dafür stehen heute verschiedene Techniken zur Verfügung, die je nach Lage des Krebses zum Einsatz kommen. Im Anschluss an die Operation wird das entnommene Gewebe gründlich feingeweblich im Labor untersucht. Diese Untersuchungen erlauben eine genauere Beurteilung der Art und Ausdehnung des Tumors.

Manchmal wird vor einer Operation der Tumor mittels Chemo- oder Strahlentherapie zunächst verkleinert und erst dann operiert. Bei einem weit fortgeschrittenen Tumor kann das krankhafte Gewebe durch eine Operation dagegen oftmals nicht mehr oder nur unvollständig entfernt werden. Häufig findet man dann auch schon Metastasen in anderen Körperzonen.

Eine Nebenwirkung der Operation ist die Narbenbildung. Narben können sich entzünden oder wulstig werden. Gerade bei Brustkrebsoperationen kommt es häufig zum Lymphstau und zum Anschwellen des Gewebes, teilweise des gesamten Armes der betroffenen Seite, da die Lymphknoten mit entfernt wurden.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie wird häufig in der Folge einer Krebsoperation eingesetzt. Ziel ist, mittels Strahlen letzte verstreute Krebszellen zu zerstören. Außerdem wird die Strahlentherapie eingesetzt, wenn der Tumor inoperabel ist.

Heute werden hauptsächlich elektromagnetische Strahlen und Teilchenstrahlen in der Strahlentherapie verwendet. Durch die Strahlen kommt es zu Zellveränderungen und dann zum Zelltod. Jeder Zelltyp hat eine unterschiedliche Strahlenempfindlichkeit. Zellen, die sich gerade teilen, sind dabei für die Strahlung besonders anfällig. Gesunde Zellen sind weniger empfindlich. Kleine, dafür aber häufigere Strahlendosen schonen gesunde Zellen und erreichen mehr Zellen in der Teilungsphase.

Vor der Strahlentherapie wird eine genaue Bestrahlungsplanung durchgeführt. Das Strahlenfeld wird genau eingegrenzt, damit der Tumor möglichst gezielt bestrahlt werden kann und das umliegende Gewebe geschont wird.

Auftretende Nebenwirkungen hängen in der Regel mit der Höhe der Strahlendosis, mit der Größe des Bestrahlungsfeldes und mit dem zu bestrahlenden Organ bzw. Körperteil zusammen. Mögliche Nebenwirkungen sind beispielsweise Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen sowie örtliche Rötungen der Haut. Im weiteren Verlauf der Behandlung kann es zu Vernarbungen, Pigmentstörungen, Gefäßverödungen und Verwachsungen kommen. 

Chemotherapie

Bei der Chemotherapie werden Krebszellen mittels zellgiftiger Medikamente, sogenannter Zytostatika, zerstört und abgetötet. Auch hier sind wie bei der Strahlentherapie die Zellen besonders empfindlich, die sich gerade im Teilungsprozess befinden.

Bei einigen Krebsarten wie zum Beispiel bei Leukämien und Lymphomen wird die Chemotherapie als heilende Therapieform eingesetzt. Nach Krebsoperationen setzt man die Chemotherapie häufig als unterstützende Behandlung ein, um gegebenenfalls noch vorhandene Krebszellen abzutöten.  ist die Krebserkrankung schon sehr weit fortgeschritten kann die Chemotherapie auch lindernd (palliativ) eingesetzt werden, um die Tumorgröße oder Metastasenbildung zeitweilig einzuschränken.

Die Zellgifte werden als Infusionen, Spritzen oder Tabletten verabreicht.

Zu den bekanntesten Nebenwirkungen der Chemotherapie gehört der Haarausfall. Dies liegt daran, dass die Haarwurzeln neben den Schleimhäuten zu den wenigen Zellen im gesunden Körper gehören, die sich auch teilen. Weitere Nebenwirkungen sind Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Fieber, Allergien, Schleimhautentzündungen und Hautveränderungen.

Hormontherapie (eigentlich Anti-Hormontherapie)

Einige Tumoren wachsen durch körpereigene Hormone. Dies ist zum Beispiel bei Brust-, Prostata und Gebärmutterkrebs der Fall. Der Wachstumsanreiz der Krebszellen kann durch die Unterdrückung des Hormonflusses verlangsamt oder ganz gestoppt werden.

Die Nebenwirkungen sind eine Folge des Ausfalls der Geschlechtshormonwirkung: Bei Frauen kann es zu Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Trockenheit der Schleimhäute im Genitalbereich kommen. Männliche Patienten klagen über eine Verminderung der sexuellen Lust und eine Potenzabnahme.

Im Verlauf einer Antihormontherapie kann der zunächst hormonempfindliche Tumor durch Veränderung des Erbmaterials eine Resistenz entwickeln. Die Folge ist, dass der Tumor weiter wachsen und Metastasen bilden kann.

Immuntherapie

Das Immunsystem des menschlichen Körpers ist in der Lage, körpereigene Zellen von körperfremden Zellen zu unterscheiden. Er kann dadurch beispielsweise Bakterien, Viren und Pilze mit eigenen Abwehrmechanismen bekämpfen. Durch die Infektion werden Immunreaktionen ausgelöst. Krebszellen dagegen lösen keine Infektion aus und das Immunsystem kann sie nicht als Fremdzellen erkennen. Mit der Immuntherapie sollen Tumorzellen erkannt und zerstört werden.

Eingesetzt werden unter Laborbedingungen hergestellte spezifische Antikörper. Sie können sich an den Antigenen der Tumorzellen anheften und sie zerstören. Eine weitere Möglichkeit ist die Zufuhr von synthetisch hergestellten Zellgiften, hormonartigen Botenstoffen im menschlichen Abwehrsystem wie Interleukine und Interferone, die von außen zugeführt werden.

Interferone werden zum Beispiel bei einem fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom oder bei Lymphomen eingesetzt.

Als Nebenwirkungen der Interferontherapie werden grippale Symptome wie Fieber, Müdigkeit und Kopf- oder/und Gelenkschmerzen beschrieben, außerdem Appetitlosigkeit oder Übelkeit. Eine längere Behandlung mit diesem Wirkstoff kann zu einem Gewichtsverlust führen. Im Blutbild zeigt sich häufig ein Absinken der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen. Einschränkungen der Leberfunktionen sind gerade bei bereits bestehender Leberinsuffizienz gefährlich. Auch psychische Veränderungen wie Depressionen oder verstärkte Aggressionsneigung können vorkommen.


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