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Dr. med. Karin Jatzkewitz
Internistin und Akupunkturärztin

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Hausärztliche und internistische Praxis
Dr. Karin Jatzkewitz

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Die Bedeutung des Sports bei Krebspatienten

Eine gute Gesundheit ist abhängig von einer gesunden Lebensführung. Dazu gehören:

  • ein adäquates Körpergewicht (kein Übergewicht, keine Fettleibigkeit)
  • regelmäßige körperliche Aktivität
  • eine gesunde, auf pflanzlichen Rohstoffen basierende Ernährung

Zur körperlichen Aktivität zählen alle Formen der Bewegung. Sie wird in metabolischen Äquivalenten (MET) gemessen. Mit Hilfe des metabolischen Äquivalents kann der Energieverbrauch von verschiedenen Aktivitäten verglichen werden. Das MET beschreibt den Stoffwechselumsatz eines Menschen bezogen auf den Ruheumsatz in Abhängigkeit zu seinem Körpergewicht. Der Energieverbrauch bei sportlicher Aktivität ist um ein Vielfaches höher als bei körperlicher Ruhe.

Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) gehen mit einem erhöhten Krebserkrankungsrisiko einher. Studien haben ergeben, dass beispielsweise Brustkrebs (nach den Wechseljahren), das Kolonkarzinom und das Nierenzellkarzinom mit Übergewicht und Fettleibigkeit vergesellschaftet sind. Auch das Pankreaskarzinom, Gallenblasenkarzinom, Schilddrüsenkarzinom, Ovarial- und Zervixkarzinom, Plasmozytom, Hodgkin-Lymphom und das Prostatakarzinom kommen erwiesenermaßen bei übergewichtigen Menschen häufiger vor. Ursachen für das erhöhte Krebserkrankungsrisiko durch Übergewicht sind zum Beispiel Veränderungen im Bereich des Fett- und Zuckerstoffwechsels, Immunfunktionsmodulationen, sowie Veränderungen im Hormonspiegel.

Sport- und körperliche Aktivität führen über einen erhöhten Energieverbrauch zunächst zu einer Gewichtsreduzierung und Stoffwechselumstellung. Studienergebnisse zeigen, dass körperliche Bewegung direkt zu einem programmierten Zelltod von Tumorzellen führen kann. Viele Mechanismen, die bei sportlich aktiven Menschen zur Senkung des Krebsrisikos führen können, bleiben noch hypothetisch. Präventive Effekte der körperlichen Aktivität bei Tumorerkrankungen können auch durch indirekte Mechanismen zustande kommen. So kann bei Dickdarmkrebs eine durch körperliche Aktivität beschleunigte Darmpassage dazu führen,  dass die Kontaktzeit der Darmschleimhaut mit potenziell Krebs erregenden Substanzen deutlich vermindert wird.

Weitere positive Effekte der sportlichen Aktivität bei Krebspatienten sind beispielsweise:

  • Risiko von Depressionen sinkt
  • Erhaltung und häufig auch Steigerung der Belastbarkeit und Ausdauer
  • Milderung der Nebenwirkungen der Krebsbehandlung (z.B. Müdigkeit/Fatigue-Syndrom, Übelkeit, Schlafstörungen, Schmerzen)
  • gesteigerte Lebensqualität
  • stufenweises körperliches Muskeltraining vermindert Muskelabbau
  • Verbesserung des psychischen Status

Sport ist auch während der Krebstherapie in vielen Fällen möglich. Wegen der möglichen Schädigung von Herz und Nieren durch Chemotherapeutika sollten sich die Patienten an den Tagen der Verabreichung schonen. Zwischen den einzelnen Behandlungszyklen oder an therapiefreien Tagen kann das Sportprogramm fortgesetzt werden. Die Bestrahlung lokalisierter Körperareale stellt dagegen keine Kontraindikation für ein Trainingsprogramm dar. Nach Ganzkörper- bzw. mediastinaler Bestrahlung sollte eine Ruhephase von 48-72 Stunden eingehalten werden. Da Immuntherapien grippale Symptome hervorrufen können, sollten sich Patienten bei dieser Therapieform bis zum Abklingen der Symptome schonen.

Jeder Patient, der sich belasten darf, sollte trainieren. Vor Beginn des Trainingsprogramms sollten Voruntersuchungen stattfinden. Wichtig ist dabei zum Beispiel der Ausschluss einer Skelettinstabilität bei metastasierenden Tumoren. Blut- und kardiologische Untersuchungen sollten ebenfalls gemacht werden. Für die Gestaltung des Trainingsprogramms ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den behandelnden Ärzten, den Physiotherapeuten oder den Übungsleitern notwendig. Im  Programm berücksichtigt werden sollten die individuellen Möglichkeiten und Bedürfnisse des Patienten. Die Belastungsintensität darf dabei 80 Prozent der maximalen Belastbarkeit nicht übersteigen. Empfohlen werden Intervalltraining, gezieltes Krafttraining und Kraftausdauertraining (Joggen, Walking, Radfahren, allgemeine Gymnastik). Bei akuten bzw. neu augtretenden Beschwerden ist körperliche Aktivität untersagt.

Fazit: Der Wert regelmäßiger körperlicher Aktivität in der Prävention (Vorsorge) und Behandlung von Krebs- und chronischen Erkrankungen ist durch zahlreiche Untersuchungen belegt. Die Angst vor intensiver körperlicher Belastung wegen einer damit einhergehenden Erhöhung des Krebsrisikos ist wissenschaftlich unbegründet. Ein für den jeweiligen Patienten individuell angepasstes Trainingsprogramm sollte daher einen festen Platz im Behandlungskonzept einnehmen.


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